Neue Frage nach der Erschaffungen der Welt

Neue Frage nach der Erschaffungen der Welt

"Ein Teil des Avestas"

Diese sieben Sterne, die zur Wache bestellt sind, sind die sieben Fixsterne (1):

Taschter, vom Planeten Tir (Merkur) begleitet; Haftorang mit Behram (Mars); Venant mit dem Planeten Achuma (Jupiter); Satevis mit Anahid (Venus); Mesch in der Mitte des Himmels und in Begleitung Kevans (Saturns). Gurzscher und Dodjdom Muschever mit ihren Schweifen (Kometen) stehen unter der Sternenwache der Sonne und des Mondes. Die Sonne selbst ist es, die Muschever in den Schranken seiner Bahn gebunden hält, so dass er nur wenig Übles zu tun vermag.

Albordj ging hervor. Dieser Berg umkreist die Welt und steht in der Mitte der Erde.

Sonne wie Wasser umkreisen (2) in den Höhen die Erde, ruhen auf Albordjs Gipfel. Und wenn sie von Tireh (Albordj) aus ihren Kreislauf vollendet hat, so ist sie wieder dort, von wo sie ausging, wie gesagt wird: „Tireh Albordj ist es, hinter welchem ich, die Sonne, mich mit dem Sternenheer zeige und auf meine Bahn zurückkomme.“

Hundertachtzig Tage läuft die Sonne und ebenso viele im Osten westlich (3). Tag für Tag besucht sie den Albordj mit ihrem Licht. Das macht einen Tag. Fixsterne wie Planeten, sichtbar in ihrem Lauf, durchwärmen alle jeden Tag drei und einen halben Keschvar, wie deine Augen sehen können. Jedes Jahr hat zweimal gleich lange Tage und Nächte. Am ersten Khordeh zur Frühlingszeit beginnt die erste Gleichheit (Zeitebene) zwischen Nacht und Licht.

Der längste Tag ist am ersten Khordeh des Krebses. Und bei Gleichheit des Tages mit dem Dunkel am Khordeh der Waage, da ist der Anfang des Herbstes. Am Khordeh des Steinbocks ist die längste Dauer der Nacht. Hier beginnt der Winter. Und wenn Vare wieder sichtbar wird, so ist erneut Gleichheit zwischen Licht und Dunkel, so dass die Sonne, vom Beginn ihres Laufs bis zur Rückkehr 360 Tage braucht. Und die fünf Tage des Gahs kommen auch zu der Zahl der Tage hinzu, da sich die Sonne durch die Zeichen bewegt. Bezüglich dieser Gahstage heißt es: „Wer darin die vorgeschriebenen Gebete vollendet, der soll die Geheimnisse der Dews erfahren und er wird sie binden können.

Vom längsten Tag bis zum kürzesten läuft die Sonne östlich im Keschvar Schave. In den weniger langen Tagen bis zu den kürzesten ist sie südlich in den Keschvars Frededafsche und Videdafsche. Von jetzt an bis wieder zu den Mitteltagen ist sie im Westen im Keschvar Arze. Und von den längeren Tagen bis zu den längsten durchwandert sie nordwärts die Keschvars Vorobereste und Vorodjereste (4).

Kommt die Sonne über den Horizont, so wärmt sie die Keschvars Schave, Frededafsche, Videdafsche und Khunnerets Hälfte. Nach der Verfinsterung dieses Teils wärmt und durchleuchtet sie die Keschvars Arze, Vorobereste und Vorodjereste und Khunnerets, das bewirkt Licht und Nacht.

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1- Die sieben an die sieben Planetenhimmel gebundenen Dews sind nach Eulma Eslam: Zeiereh, Neiereh, Naonguesch, Tarmad, Heschem, Sabetch und Batser. Ormuzd machte sie hell und gab ihnen göttliche Namen, Keran, Ormuzd, Behram, Sched, Nahid, Tir und Mah. Nach diesen dreht sich der Himmel und Sonne und Mond machen ihre Umläufe.

2- Oder: Wie das Wasser, so geht auch die Sonne im Kreislauf, schwebend in der Weltmitte, beginnend beim Bar des Berges Albordj; oder: Sie beginnt ihren Lauf beim Albordj, beim Zeichen Vare (dem ersten der himmlischen Zeichen). 

3- Der Text ist hier unverständlich oder unvollständig.

4- Vorobereste und Vorodjereste – erster und zweiter nördlicher Keschvar

 

Ulrich Hannemann (Hrsg.), Das Zend-Avesta

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