Zarathustra - Vita

Zarathustra - Vita

In der iranischen Gesellschaft vor viertausend Jahren spielten die domestizierten und landwirtschaftlich nützlichen Tiere eine enorm wichtige Rolle. Die Nähe von Mensch und Tier war intensiver als man sich heute vorstellen kann. Für den Bauern galten die Nutztiere als wertvolle Mitarbeiter, und diese Vorstellung war und ist auch heute realistisch und gerecht. Viele Menschen wurden deshalb nach diesen Tieren genannt. In Deutschland sind auch Namen wie Hirsch, Hase, Hahn, Hund, Katz, Rind usw. als Zeugen dieser Mensch-Tierbeziehung zu erkennen.

Der Name Sartoscht (Sarathustra) ist auch ähnlich entstanden und bedeutet: „Besitzer des goldfarbenen Kamels.“ Eine andere Bedeutung, die auch öfter vorkommt ist: „Einer, der ein leuchtendes Gesicht hat“. Natürlich gibt es unzählige weitere Vorschläge und Behauptungen. Mir erscheint jedoch die erwähnte Variante am naheliegendsten.

Sartoscht wurde am 6. Farwardin (26. März) vor 3769 geboren. Wenn man alle internationalen wissenschaftlichen Meinungen in Betracht zieht, kann man davon ausgehen, dass Sartoscht zwischen 1700 - 1400 v. Chr. geboren wurde, vor 3700 - 3400 Jahren.

Seine Mutter hieß „Doghdu“, sein Vater „Purschasp“. Die Familie trug den Familiennamen „Spantman“ und lebte in der Nähe eines Flusses im Bundesland Khorassan im Nordosten Irans, wo auch die Geburtsstätte Sartoschts war. Sartoscht wuchs wie jedes andere Kind suchend und fragend auf. Er fragte mit Nachdruck und fragte immer wieder nach dem Sinn der vielen Götter und Gottheiten, nach deren vielen angeblichen Wundertaten, die man ihnen andichtete. Er suchte nach einleuchtenden Antworten. Er versuchte die sagenumwobenen Geheimnisse und Rätsel der blutigen Opferrituale der Priester zu enträtseln. Er versuchte die Ursachen des Herrschaftsanspruchs der gewalttätigen Machthaber zu erklären und einen Ausweg für die Entrechteten und Unterdrückten zu finden. Als er keine vernünftigen Antworten bekam und er immer wieder darauf beharrte, wiesen ihn schließlich die religiösen Würdenträger und die Machthaber des Landes von sich.

Inzwischen war er zu einem jungen Mann herangewachsen. Da er von den genannten Machthabern enttäuscht war, kehrte er in sich, beobachtete die Welt und das All, deren Lauf und Drehung. Er forschte und verglich, er redete und unterhielt sich mit den Menschen, er lernte von ihnen viel. Er lernte den Gesang und die Dichtkunst. Im Laufe seiner schöpferischen und fruchtbaren Suche kam er von der Ordnung der Welt zu der Weltordnung (Ascha) des Schöpfers. Von der Selbsterkenntnis und der Welterkenntnis zur Gotteserkenntnis. Diese schöpferische Erkenntnis und Einsicht zu Gott führte ihn dazu, den Gott als Mazda (allwissend) zu empfinden und auch zu benennen. Er sah in Gott den Schöpfer, den Allwissenden, den Allmächtigen; daher gründete er seine Botschaft und Lehre auf drei Fundamente: „weises Denken“, „weises Reden“ und „weises Wirken“.

 

Ich sehe Sarathustra a priori als einen Menschen wie alle anderen Menschen auch. Er wird sich so wie andere Menschen entwickeln und aus humanistischer Sicht höhere Stufen des Menschseins erreichen: Sarathustra ist ein gläubiger Mensch, der an einen einzigen Gott glaubt, an Ahura-Mazda. Dieser Gott, Ahura-Mazda, hat besondere Eigenschaften, die ihn von anderen Göttern in vielen Religionen unterscheiden. Sarathustras Gott kennt keinen „Zorn“. Ahura-Mazda ist das Symbol der Reinheit und der sich vermehrenden Güte. Sarathustra kann sich von diesem Gott Glück und Fröhlichkeit wünschen und ihn dabei anbeten. Sarathustra will, dass seine Taten rein und wahrhaftig sind. Um dies zu erreichen, muss er Weisheit und gute Gedanken sammeln. Hiermit will er die Seele des Seins erfreuen. Es ist etwas Selbstverständliches, dass Menschen von Gott Glück und Fröhlichkeit erwarten.


Literatur:

Auszüge aus dem Buch „Was also sprach Sarathustra wahrlich“ von A. Madjderey

 

ISBN-Nr. 3-925819-14-2

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