Ahura Mazda

Ahura Mazda
Prof. Farhang Mehr

Herzlichen Dank an Lieber Darius für Übersetzen den Text in Deutsch.

"Originaltext auf Englisch"

 

 

Zarathustras Auffassung von Gott ist Unendlichkeit in Zeit und Raum (Y31.8). Dieser Gott ist konstruktiv und heilsam in Immanenz (Y51.6, Y47.3, 6); er ist im Wesentlichen Weisheit und Wahrheit (Y28.2, 3, 4, Y51.7). Gott erscheint dem Menschen nur in seinen Attributen. Zarathustra definiert den nicht zu beschreibenden Gott als ethische Kategorie.

Nach Gathas, ist er Weisheit, Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit, Gleichmut in Liebe, göttliche Macht, Vollkommenheit und Ewigkeit; er ist das Licht der Lichte und die Quelle der Güte. Seine Attribute sind vergeistigte Wertvorstellungen ausgedrückt in reinen Abstraktionen. Sie sind aber Aspekte von Ahura Mazda, obwohl Versuche unternommen worden sind, sie als Erzengel zu personifizieren.

Ein Hauch von diesen Attributen wohnt jedem einzelnen Menschen inne, und durch sie kann der Mensch mit Gott sozusagen „als Mitarbeiter” interagieren, wenn er sich dafür entscheidet. Nur mittels dieser Attribute ist der endliche Mensch im Stande, den sonst so unerklärlichen und unendlichen Ahura Mazda zu verstehen und zu begreifen.

Güte, Konstruktivität und Gerechtigkeit (Wahrheit) sind für Zarathustras Konzept von zentraler Bedeutung.

Der Terminus Ahura Mazda bezeichnet den Gott der himmlischen sowie der  irdischen Welt. Ahura bedeutet Leben und Mazda Weisheit. Ahura Mazda ist das Wesen und Herr des Lebens und der Weisheit.

Weisheit und Wahrheit, die zwei elementare Konstanten, ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Gathas.

Die sechs Beinamen des Ahura Mazda, zusammen bekannt als Amesha Spenta, gelten als die Quintessenz des Ahura Mazda. Jede dieser Quintessenzen in ihrer vollendeten Allgemeingültigkeit repräsentiert Ahura Mazda, doch keine von ihnen IST Ahura Mazda. Ahura Mazda ist jede einzelne von ihnen - das Konzept der Pluralität in der Einheit (Y28.3, Y31.7). Diese Beinamen werden unten erläutert.

Vahishta Mana.

Vahishta Mana ist der erhabene, umfassende Geist. Es ist die Essenz der guten und heiligen Weisheit. Zarathustra nahm Ahura Mazda durch seine Weisheit wahr (Y32.8), und leitete die Menschen an, die richtige Wahl zwischen unterschiedlichen Gedanken mit Hilfe des Ratschlags des guten Geistes zu treffen (Y30.2). Vahishta Mana bedeutet die Allwissenheit Gottes, und steht in der Hierarchie der Attribute an erster Stelle.

 

Asha Vahishta

Asha Vahishta ist die erhabene und umfassende Wahrheit und Gerechtigkeit. Rechtschaffenheit, Wahrheit und Gerechtigkeit sind identisch und austauschbar. Asha repräsentiert das ewige Gesetz, das das Universum regelt. Das natürliche und göttliche Gesetz decken sich mit Asha. Asha stellt auch Ahura Mazdas Willen dar. Asha steht in der Hierarchie der Attribute an zweiter Stelle und wurde in Ahura Mazdas guten Geist erschaffen.

Die beiden Attribute von Vohu Mana und Asha treten oft zusammen und in Verbindung mit Ahura Mazda auf. Duchesne-Guillemin bezeichnet diese als die heilige Dreiheit. Der Prozess der Erhebung Zarathustras zum Prophetentum widerspiegelt das gemeinsame Funktionieren dieser drei.

 

Khshatra Vayria.

Kein deutsches Wort trifft die Bedeutung von Khshatra Vayria vollständig und präzise. Khshatra ist eine Kombination aus heilig, guter und konstruktiver Potentialität; es bedeutet Führerschaft, Stärke und Einfluss. Khshatra verkörpert die wahre Macht, die Liebe fördert und Hass beseitigt; es unterstützt Harmonie und wirkt Konflikten entgegen; es verleitet zur Demut und unterdrückt die Eitelkeit, verbreitet Gerechtigkeit und schließt Rache aus. 

Spenta Armaity

Spenta Armaity verkörpert Liebe und Gelassenheit. Es weist auf die ihm innewohnende Haltung des Wohlwollens und des Gewährens, auf die höchste Hingabe und selbstloses Dienen hin. Es bedeutet Geben und Pflichtreue ohne Erwartung von evtl. Belohnung.

Hurvatat

Hurvatat beinhaltet Perfektion, ein Zustand von vollkommener Vorzüglichkeit sowie die Abwesenheit von Begierde.

Ameretat

Ameretat bedeutet Unsterblichkeit. Es impliziert Ewigkeit, Unabänderlichkeit, und Sein ohne Anfang und Ende.

Das Leben ist im weitesten Sinne in Ahura Mazda, der weder gezeugt wurde noch vergänglich ist. Das Universum existiert und das Leben wird durch ihn aufrechterhalten. Ameretat ist frei von Zeit und Raum. Hurvatat und Ameretat kommen oft zusammen vor und das zeigt ihre Bedeutungsnähe.

Obwohl nicht in diesen sechs enthalten, macht Spenta Mainyu ein weiteres kardinales Attribut Gottes aus. Es ist die überragende konstruktive Kraft, die universelle Gewalt der Kreativität, die Essenz der Tugend (Y33.1) und der Gipfel der Posivität. Spenta bedeutet Wachstum, Vermehrung und Fortschritt. Es symbolisiert Gottes Produktivität. Es ist die Selbst-Realisierung Qualität oder Aktivität von Ahura Mazda, Dhalla, Zoroastrismus. Es ist die Selbst-Erzeugung von Energie, die zur Schöpfung und Evolution des Universums führt. Spenta Mainyu ist dynamisch und Schöpfung ist ein laufender Prozess. Wie Zaehner gesagt hat, bedeutet für Zarathustra Heiligkeit auch Fülle, Wachstum und Gesundheit - die Morgen- und Abenddämmerung des Zoroastrismus.

Ahura Mazda ist der Schöpfer. Die Gathaischen Wörter /Worte vermitteln diese Vorstellung, Datar und Tashea. Das erste Wort (stammt von Da) bedeutet Geber und Verleiher (Y43.5, Y46.9). In diesem Satz sind alle Segnungen von Gott gegeben und alles Gute geht von ihm aus. Das zweite Wort (vom Ursprung Tash, übersetzt als Schnitt und Form) bedeutet Formgeber, Gestalter und Hersteller (Y44.5). In diesem Sinne also sind alle Geschöpfe gestaltet und gemacht von Gott. Daher impliziert die Schöpfung eine Kombination aus Geben und Formgebung, Entstammend und Gestaltung, Formgebung und Vermehrung. Die Schöpfung war nicht ex nihilo. Die Schöpfung ist immer in und mit Gott gewesen.

Nach den Gathas ist Ahura Mazda das Absolute, das Perfekte, der übergeordnete Geist, die Essenz des Seins, die erste Ursache, der Schöpfer (Y44.3), der Bewahrer (Y44.5), die Quelle des Guten, die erhabenen Weisheit, das Wesen der Wahrheit, der Inbegriff der Gerechtigkeit, die konstruktive Macht, das ewige Gesetz, das Unveränderliche, die ultimative Realität, und der einzig Anbetungswürdige. Ahura Mazda ist transzendent, immanent, und nicht-personal. In seiner Transzendenz ist er unendlich groß und jenseits aller Schöpfungen. Er ist unabhängig vom Kosmos, aber der Kosmos hängt von ihm ab. Er ist nicht lokalisierbar. Offenbarung, Prophetentum und Intuition beziehen sich auf die Transzendenz des Ahura Mazda.

In seiner Immanenz manifestiert er sich in der gesamten Schöpfung. Er ist im Kosmos allgegenwärtig: in den Körnern des Sands, in den Samen der Pflanzen, im Wesen der Tiere, und im Geiste des Menschen. Er ist in und mit, sowie aus und jenseits aller Geschöpfe. Er ist jenseits von Zeit und Raum, jedoch sind Zeit und Raum mit und in Ihm. Alle Geschöpfe existieren in der Präsenz Gottes.

Der Kosmos ist keine Einkleidung Gottes, denn weder ist er sein Körper, noch hat Kosmos eine Seele (Y29.1). Er ist ein Ausdruck von Gottes Kreativität. Er ist keine Person, hat aber eine persönliche Beziehung zu den Menschen. Er ist abstrakt jedoch real; er ist eine vollendete Ureinheit und ohne Züge von Menschengestalt.  Derartige Vorstellungen von Gott sind in Gathas seltener als in allen anderen Schriften, sagt George Carter Zoroastrismus und Judentum, (1970). Die wenigen Hinweise auf Gottes alles-sehende Augen und Belohnung-verteilende Hände sollten viel mehr als Metapher gesehen werden. Gott hat keine Gestalt oder Form; er ist die Essenz des Bewusstseins ohne ein Bewusstes selbst.

Die Würde, Spiritualität und das Eingreifenvon Ahura Mazda, vorgestelltdurch Asho Zarathustra war eine Innovation in der antiken Welt. Es war ein neues Konzept als Einführung in einen neuen Glauben. Zarathustra präsentierte Gott als moralische Vollkommenheit, dieser Gott soll geliebt und nicht gefürchtet werden. Ahura Mazda ist ein gerechter und kein rachsüchtiger Gott. Er ist der Urheber von allem, was gut ist, und von allen guten Dingen. Zerstörung geht nicht von ihm aus. Dies impliziert NICHT, dass ein Ur-Zerstörer existiert. Gut und Böse in zarathustrischer Tradition repräsentieren die Moral und nicht einen kosmischen Dualismus. Nichts kann vom monotheistischen Charakter des Zoroastrismus ablenken; nichts kann die Tiefgründigkeit der moralischen Dualismus in diesem Glauben herabsetzen.

Folglich - der zarathustrische Glaube glaubt an einen Schöpfer und Herrn des Universums, der allwissend, allgegenwärtig und allmächtig ist; er hat keinen Anfang, kein Ende und ist unveränderlich und ewig; er ist der einzig anbetungswürdige; er erschaffte das Universum in seinem guten Geist (Vahishta Mana), formte es in seinem Gewissen (Daena), manifestierte es durch seinen wohlwollenden Geist (Spenta Mainyu), und setzte es in Bewegung durch seinen Willen (Asha) - das ewige Gesetz der Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit.

Ahura Mazda schuf also den Menschen als seinen Mitgestalter mit der Fähigkeit, Recht  von Unrecht zu unterscheiden, und für die Weiterentwicklung des Universums zu arbeiten. Ahura Mazda enthüllte sein ewiges Gesetz dem Propheten Zarathustra in den Gathas; er verkündete die Konsequenzen dieser Gesetzmäßigkeit und die Realität des Lebens im Jenseits dementsprechend,und er wies den Gerechten das wahre Glück (Ushta) zu.

Die Anhänger von Gatha sollen durch richtige Gedanken, Taten und Worte des Asha beten, durch die gute Weisheit von Vohu Mana, und der Liebe und Gelassenheit von Armaity, dass der wohlwollende Geist von Ahura Mazda ihnen die vollendete Glückseligkeit der Hurvatat und die göttliche Kraft des Khshatra Trost für die Seele des Universums bringen möge, und um sich selbst Unsterblichkeit zu sichern.

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